Freimaurer werden

Freimaurer werden

Der Weg eines Freimaurers und die Arbeit am eigenen Charakter

Freimaurerei bedeutet vor allem eines: die bewußte Arbeit an sich selbst. Im Mittelpunkt steht nicht Reichtum, Macht oder gesellschaftlicher Status, sondern die Frage, wie ein Mensch seinen eigenen Charakter entwickeln kann.

Freimaurer verstehen den Menschen als unvollkommen – mit Stärken, Schwächen, Widersprüchen und persönlichen Herausforderungen. Deshalb spricht die Freimaurerei seit Jahrhunderten symbolisch von der „Arbeit am rauhen Stein“. Gemeint ist damit der eigene Charakter, an dem jeder Mensch ein Leben lang arbeitet.

Diese Entwicklung geschieht nicht durch Belehrung oder Dogmen, sondern durch Erfahrung, Gespräche, Symbole und gemeinschaftliche Arbeit. Die freimaurerischen Rituale dienen dabei als Spiegel des eigenen Inneren. Sie regen zum Nachdenken an und sollen helfen, sich selbst besser zu erkennen.

Freimaurerei versteht sich deshalb nicht als fertige Antwort auf alle Fragen des Lebens, sondern als persönlicher Weg der inneren Entwicklung. Jeder Bruder geht diesen Weg auf seine eigene Weise und in seinem eigenen Tempo.

Wie ist die Freimaurerei in Deutschland aufgebaut?

Viele Menschen glauben, die Freimaurerei sei eine einzige große Organisation mit einer zentralen Leitung. Tatsächlich ist sie deutlich vielfältiger aufgebaut.

In Deutschland besteht die reguläre Freimaurerei aus mehreren eigenständigen Großlogen mit unterschiedlichen Traditionen und geschichtlichen Wurzeln. Gemeinsam bilden sie den Dachverband der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD).

Die Vereinigten Großlogen vertreten die reguläre deutsche Freimaurerei nach außen und pflegen die internationalen Beziehungen zu anderen regulären Großlogen weltweit, etwa zur United Grand Lodge of England.

Die Grundwerte der Freimaurerei

Freimaurerei versteht sich als ein Weg persönlicher Entwicklung und menschlicher Verantwortung. Im Mittelpunkt stehen dabei keine politischen Ziele oder religiösen Dogmen, sondern bestimmte ethische Grundwerte, die den Freimaurer im Alltag begleiten sollen.

Zu den wichtigsten Grundwerten gehören:

Menschlichkeit: Der Mensch soll lernen, anderen mit Würde, Respekt und Mitgefühl zu begegnen. Herkunft, Beruf, sozialer Status oder persönliche Unterschiede sollen dabei nicht entscheidend sein. Der Freimaurer versucht, den Menschen im Menschen zu sehen.

Toleranz: Freimaurer kommen oft aus unterschiedlichen Berufen, Weltanschauungen und Lebenswegen. Deshalb gehört die Fähigkeit, andere Meinungen auszuhalten und respektvoll miteinander umzugehen, zu den wichtigsten Grundlagen freimaurerischer Gemeinschaft.

Toleranz bedeutet dabei nicht Beliebigkeit, sondern die Bereitschaft, dem anderen trotz Unterschiedlichkeit mit Achtung zu begegnen.

Brüderlichkeit: Freimaurerei lebt von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung. Brüderlichkeit bedeutet nicht blinde Zustimmung, sondern ein ehrlicher, vertrauensvoller und verantwortungsvoller Umgang miteinander.

Wahrhaftigkeit: Ein Freimaurer soll lernen, ehrlich mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Dazu gehört auch die Fähigkeit zur Selbstkritik. Die Freimaurerei sieht den Menschen nicht als vollkommen an, sondern als jemanden, der ständig an sich arbeiten muss.

Verantwortung: Freimaurerei möchte den Menschen nicht von der Welt trennen, sondern ihn befähigen, verantwortungsvoll in Familie, Beruf und Gesellschaft zu handeln. Der Freimaurer soll lernen, sein Handeln bewusst zu reflektieren und Verantwortung für die Folgen seines Tuns zu übernehmen.
 

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